UCI 1 MTB XCC und NÖ Landesmeisterschaft
Am Samstag und Sonntag wurde die 33. Kamptal-Trophy in Zöbing/Langenlois ausgetragen und mit Wolfgang und Simon war der RC Mödling gleich an beiden Tagen am Start. Hier die Eindrücke von Simon über seinen ersten Start bei der Kamptal Trophy.
Die Vorgeschichte ist recht einfach erzählt. Wolfgang hat mir erzählt, dass er letztes Jahr bei der Kamptal Trophy mitgefahren ist und dass er dieses Jahr auch wieder am Start ist. Damit war die Idee dort auch am Start sein eigentlich schon sehr weit ausgereift. Doch leider stellte sich bald heraus, dass ich mit meiner Lizenz am Sonntag beim UCI C1 Rennen am Start stehen würde, während Wolfgang ohne Lizenz am Samstag beim Amateur Rennen am Start sein wird. Ich zögere, da ich erstes am Sonntag alleine (und öffentlich) anreisen muss, und weil die Starter bei einem internationalen Rennen offensichtlich sehr viel schneller als sein werden. Nach langem hin- und her überlegen melde ich mich dann schließlich doch an, die Neugier war doch groß genug. Meine Familie meint, dass das doch eh immer klar war, dass ich mich da anmelden werde… könnte sein, dass mich meine Frau doch schon ganz gut kennt.
Als dann der Renntag endlich kommt gibt’s nur zwei, drei kleine Probleme. Erstens bin ich zwei, drei Wochen vor dem Rennen dauererkältet. Zweitens beginnt es am Samstag in Strömen zu regnen. Und drittens stelle ich mit Schaudern fest, wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhr auf die Sommerzeit umgestellt. Mein 6:06 Zug fährt also eigentlich schon um 5:06 Uhr. Dennoch schaffe ich es irgendwie mit S-Bahn, U6, REX und Regionalzug rechtzeitig nach Zöbing zu kommen.

Beim Rennen angekommen, bin ich an sich froh am Start zu sein, und wenn es nur aus Respekt für die Veranstalter sein sollte. Von 13 gemeldeten Startern in der Masters Kategorie sind so zumindest 10 am Start. Nachdem ich mich umgezogen habe, versuch ich mal ein paar Minuten mich „warmzufahren“, von der Idee eine Proberunde zu fahren sehe ich gleich wieder ab. Zum einen habe ich mit meiner immer noch vorhandenen Erkältung keine Körner zu verschenken und zum anderen reichen 300 Meter der Strecke mich schon vollends einzusauen.
Am Start ist die Stimmung bei den Masters Startern irgendwo zwischen entspannt und Galgenhumor. Als es endlich losgeht, ist zieht das halbe Starterfeld gleich mal davon und ich bin – durchaus überraschenderweise – am Anfang mit zwei, drei der anderen Startern in der zweiten Gruppe. Ohne irgendwie voll loszusprinten erinnert mich mein Körper dann doch sehr schnell daran, dass ich immer noch erkältet bin und ich sehe nach 300 Metern das Startanstiegs nur noch Sterne. Ich nehme Tempo raus, lasse die anderen doch fahren und schalte gedanklich schon mal in den Überlebensmodus. Also doch Plan B, versuchen nicht öfters als 2 Mal überrundet zu werden (bei 4 Runden plus 1 Startrunde eher ein Minimalziel). Immerhin ist noch einer der Masters Starter hinter mir. Vielleicht kann ich ja mit dem mitfahren, wenn er mich einholt. Ich schaffe die Startrunde und biege in die echte Runde ab. Und nix geht mehr. Der tiefe Matsch ist für mich komplett unfahrbar und ich muss das Rad schon den ersten steilen Stich hinaufschieben….
Immerhin bin ich noch immer zweitletzter und der letzte ist scheinbar noch langsamer. Das beruhigt mich ein wenig und ich kämpfe mich weiter. Schiebend und fahrend komme ich irgendwann oben an, die Abfahrt ist zwar schlammig und rutschig, aber ohne Risiko für mich machbar. Ich schaffe die erste Runde ohne überrundet zu werden und höre dann beim erneuten hinaufschieben, dass das Rennen aufgrund der schwierigen Bedingungen um eine Runde verkürzt wird. Kurz darauf überrundet mich auch schon der schnelleste der Junioren und ich bin damit bin ich in der zweiten Runde schon auf der letzten Runde.

Das geht sich dann doch noch halbwegs gut aus, obwohl mein Fahrrad schon so eingeschlammt ist, dass es nicht immer wirklich schnell vorwärts geht. Ausser bergab, da merke ich bei den letzten Downhills, dass meine hintere Bremse schon ziemlich hinüber ist. Mit einigem Würgen schaffe ich den letzten Wiesen (eigentlich nur noch Matsch-)Anstieg ins Ziel.
Im Ziel habe ich dann ein gewisses Deja-vu Erlebnis. Ich erreiche ziemlich weit abgeschlagen das Ziel eines MTB Rennens und dann erzählt mit Herbert Riabrich, dass ich soeben zweiter der Niederösterreichischen Landesmeisterschaft geworden bin. Ich hatte wieder einmal nichts davon gewusst, dass die Landesmeisterschaft überhaupt in diesem Rennen ausgefahren wurde.

Da ich bin zum Schluss nicht mehr vom letzten eingeholt wurde, bin ich dieses Mal tatsächlich nicht letzter geworden und habe somit kein weitere Kapitel für die Lanterne Rouge Geschichte geschrieben. Aber die Beteiligung bei der Niederösterreichische Landesmeisterschaft war schon wieder sehr überschaubar und auf dem Podium war’s schon irgendwie einsam. Auch wenn ich dann vielleicht nicht wieder so leicht zweiter werde, ein paar mehr Starter würden hier nicht schaden….
